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Baum des Jahres

Der Baum des Jahres wird seit 1989 durch das „Kuratorium Baum des Jahres“ (KBJ) ausgerufen. Die erste Baumart war die Stieleiche.
Dem KBJ gehören namhafte Persönlichkeiten, wichtige Natur- und Umweltverbände sowie Fachverbände an. Einmal jährlich treffen sich die Mitglieder des KBJ, um den „Baum des Jahres“ für das nächste Jahr aus drei Kandidaten auszuwählen.

Die Kriterien zur Auswahl sind ganz unterschiedlicher Natur. Neben der Wissensvertiefung für bekannte Baumarten sollen vom Aussterben bedrohte oder seltene Arten wieder ins Bewusstsein einer breiten Bevölkerung gebracht werden. Als Kriterium kann auch der ökologische Bezug einer Baumart zu ihrem Lebensraum dienen.


Baum des Jahres 2017

Baum des Jahres 2017 – Fichte

Auch dieses Jahr haben wir als Baum des Jahres wieder einen Baum der Superlative, die Fichte, Picea abies. Keine andere Baumart hat in den letzten Jahrhunderten den sächsischen Wald mehr geprägt als die heimische Fichte. Sie ist im sächsischen Forst noch immer die bedeutendste Waldbaumart und der Brotbaum an sich. Gerade in den Mittelgebirgslagen von Vogtland, Erzgebirge, Sächsischer Schweiz, Oberlausitzer Bergland und Zittauer Gebirge ist die Fichte besonders weit verbreitet. Das dürfte zwei Ursachen haben. Erstens sind die Gebiete zum Teil natürliche Verbreitungsgebiete und zweites wurden für den gerade hier lohnenswerten Bergbau sehr viele Hölzer benötigt. Keine andere Baumart vermag in überschaubarer Zeit derart viel geradschäftiges Bauholz zu liefern als die Fichte. Feuerholz wurde darüberhinaus immer gebraucht …

Unter geeigneten Bedingungen ist die Fichte recht anpassungsfähig. Doch ab den 60/70er Jahren des letzten Jahrhunderts setzten ihr die Luftverschmutzung und zunehmende Trockenheit zu. In Folge kam der Borkenkäferbefall hinzu.

Auch in der Höhe ein Baum der Superlative, der 50m erreichen kann, bei einem Alter von 500-600 Jahren. Somit ist sie mit der Weiß-Tanne die höchste europäische Baumart. Sie ist äußerst frosthart und als eine der wenigen Großbaumarten in der zweittiefsten Frosthärtezone 2 angesiedelt (bis -45°C). Mit dem Boden ist sie wenig wählerisch, er kann sauer sowie kalkreich sein, sandig-lehmig, lehmig, tonig und auch steinig ist kein Problem, nur trocken darf er nicht sein.

Nicht zu verachten ist auch die Tatsache, dass die immergrüne Fichte (im Gegensatz zu den vielen „Winterschläfern“) gerade in den Übergangsjahreszeiten weiterhin Kohlendioxid umsetzt und das selbst in frostfreien Winterperioden.

Für die Verwendung im Garten- und Landschaftsbau bieten sich überschaubare Möglichkeiten gerade wieder in Mittelgebirgslagen als ruhiger Hintergrund oder ganzjähriger Sichtschutz. Allerdings gibt es für den Klein- und Hobbygärtner sehr viele schöne kleine Sorten für so fast jedes Plätzchen im Garten. Selbst für den Spezialisten und Koniferen-Sammler bietet sich eine große Auswahl an sehr speziellen Sorten an. Fragen Sie einfach in der Baumschule bei sich um die Ecke nach.

Allgemeines und weiterführendes zum Gehölz selbst, erfahren Sie oben unter dem Link Fichte (Kuratorium Baum des Jahres).
(Jens Tischer – Dezember 2016)


Grundsätzlich kann jede heimische Baumart einmal „Baum des Jahres“ werden. Die bisherigen Jahresbäume sind:

2017 Fichte
2016 Winter-Linde
2015 Feld-Ahorn
2014 Trauben-Eiche
2013 Wild-Apfel, Holz-Apfel
2012 Europäische Lärche
2011 Elsbeere
2010 Vogel-Kirsche
2009 Berg-Ahorn
2008 Walnuss
2007 Wald-Kiefer
2006 Schwarz-Pappel
2005 Rosskastanie
2004 Weiß-Tanne
2003 Schwarz-Erle
2002 Wacholder
2001 Esche
2000 Sand-Birke
1999 Silber-Weide
1998 Wild-Birne
1997 Eberesche
1996 Hainbuche
1995 Spitz-Ahorn
1994 Eibe
1993 Speierling
1992 Berg-Ulme
1991 Sommer-Linde
1990 Buche
1989 Stiel-Eiche

 


Baum des Jahres 2016

Keine heimische Baumart hat so eine gewaltige und vielfältige Bedeutung wie unsere Winterlinde, Tilia cordata. Die enorme Bedeutung liegt keineswegs bei der Holzgewinnung sondern viel mehr in der historischen Wertschätzung und im Zusammenleben zwischen Baum und Mensch an sich und das seit vielen vielen Generationen bis hin zu unseren germanischen und slawischen Wurzeln.

In ganz Sachsen sind Winterlinden als Dorflinde, Tanzlinde, Schattenbaum, Stadtbaum, Alleebaum, Naturdenkmal, Kulturdenkmal, Kirchlinde, Lutherlinde, Hofbaum oder Hausbaum verbreitet und viele von ihnen besitzen dabei eine herausragende mythologische Bedeutung. Natürlich sollte an dieser Stelle die arzneiliche Verwendung als wärmender Lindenblütentee und die Gewinnung für sehr weiches Schnitzholz (Figuren- und Altarschnitzereien) nicht vergessen werden.

Die Winter-Linde kommt mit den verschiedenen sächsischen Kleinklimaten sehr gut zurecht. An den Boden ist sie ebenfalls recht anspruchslos und gedeiht auch in schattigeren Bereichen und sogar im Unterwuchs. Die zweite heimische Linde, die Sommerlinde, liebt dagegen eher milde Gegenden.

Allgemeines und wissenswertes zum Gehölz selbst, erfahren Sie hier unter dem Link Winterlinde.

Quelle: Kuratorium Baum des Jahres


Baum des Jahres 2015

2015 wurde der kleinste und eher unscheinbarste Ahorn unserer drei einheimischen Ahornarten, der Feld-Ahorn, Acer campestre Baum des Jahres.

Der Feld-Ahorn ist in Sachsen viel seltener anzutreffen als der Spitz-Ahorn und der Berg-Ahorn, wird aber oft einfach nur übersehen, da kaum stattliche Baumgestalten in unser Blickfeld rücken. Alle Teile dieser Ahornart sind kleiner und zierlicher als bei den anderen beiden Baumahornarten. Die Blätter sind ebenso handförmig gelappt, aber nicht spitz, sondern abgerundet und ziehen mit einer leuchtend gelben Herbstfärbung jeden Blick auf sich.

Im sächsischen Forst hat der Feld-Ahorn keine Bedeutung, da er oft nur strauchig oder mehrstämmig wächst. Das Holz wird aber wegen der auffälligen Maserung zum Schnitzen und Drechseln verwendet.

In den sächsischen Mittelgebirgen ist der Feld-Ahorn noch seltener anzutreffen als im Flachland und hier vor allem als Feldgehölz. In den letzten Jahren haben sich einige wenige Sorten bewährt, die sich für Stadt- und Straßenbegrünungen gut eignen wie Acer campestre ‚Elsrijk‘. Fragen Sie einfach in Ihrer Baumschule nach.

Quelle: Kuratorium Baum des Jahres


Baum des Jahres 2014

2014 war die zweite heimische Eichenart, die Trauben-Eiche, Quercus petraea Baum des Jahres geworden, nachdem bereits im Jahre 1989 die Stiel-Eiche Baum des Jahres wurde.

Die Trauben-Eiche ist in vielen sächsischen Gegenden viel seltener anzutreffen als die weit verbreitete Stiel-Eiche.

Immer wieder führt die Namensgebung beider Eichen zu Fehldeutungen, denn mit „Stiel“ ist nicht der Blattstiel gemeint, sondern der Stiel der Eichelfrüchte, der bei der Stiel-Eiche viel länger ist. Andererseits ist der Blattstiel der Trauben-Eiche mit über 1 cm viel länger als der der Stiel-Eiche …

Näheres und wissenswertes erfahren Sie hier unter dem Link zur Traubeneiche.

Quelle: Kuratorium Baum des Jahres


Baum des Jahres 2013

Baum des Jahres 2013 – Wild-Apfel

Im Jahr 2013 stand eine besonders seltene, aber bis auf den Blütezeitraum unscheinbare und von anderen Baumarten unterdrückte, vom Menschen fast vergessene Wildobstbaumart im Mittelpunkt: der Wild-Apfel, Malus sylvestris .

Zwar kennt jeder den Apfelbaum – den Wild-Apfel kennen aber wohl nur die wenigsten, denn er gehört zu den seltensten Baumarten, ist stark gefährdet und steht meist unauffällig im Wald oder am Waldrand. Es gibt viel Interessantes von ihm zu berichten. Anders als bei Wild- und Kultur-Birne stammt der Kultur-Apfel nicht vom heimischen Wild-Apfel ab.

Quelle: Kuratorium Baum des Jahres


Baum des Jahres 2012

Im Jahr 2012 stand die Europäische Lärche im Mittelpunkt, ein Baum der in den Alpen und Karpaten
bis in Höhenlagen über 2000 Metern vorkommt. Die Europäische Lärche wirft als einziger heimischer Nadelbaum
ihre Nadeln im Herbst ab. Im Frühjahr kommt dann das helle Grün der Nadeln wieder zum Vorschein.
Sie ist sehr frosthart und verträgt Temperaturen bis minus 40 Grad. Man findet bis zu über 1000 Jahre alte Bäume.

Die Europäische Lärche zählt zu den Pionierbaumarten und besiedelt neben Birke oder Kiefer als erste Rohböden und Kahlflächen.
Sie ist sehr lichtbedürftig und trägt zur Arten- und Strukturvielfalt des Waldes bei.


Als Jahrtausendbaum wurde der Ginkgo ausgelobt… mehr