Schwarze Eberesche (Aronia melanocarpa)

Die Apotheke im Hausgarten

Die Schwarze Eberesche oder Apfelbeere genannt gehört der Gattung Aronia an und ist ein interessantes Gehölz für den Garten. Das Besondere an Aronia sind die wertvollen Inhaltsstoffe, die in den reifen Früchten zahlreich vorhanden sind. Botanisch gesehen gehört die Apfelbeere ebenso wie das Kernobst zu den Rosengewächsen. Beheimatet ist Aronia im östlichen Nordamerika, nach Deutschland gelangte sie über Osteuropa. Pflanzungen im Erwerbsobstanbau wurden bereits in den 70iger Jahren des vergangen Jahrhunderts besonders im ostsächsischen Raum getätigt.



Pflanzenbeschreibung:

Aronia wächst strauchartig, bis zu einer Höhe von 1,5 bis 2,0 m. Durch Bildung von Bodentrieben regeneriert sich die Pflanze selbst. Schnittmaßnahmen sind kaum durchzuführen, beschränken sich auf gelegentliches Auslichten. Auf Sorbus-Unterlagen kann auch ein kleinkroniger, baumartiger Wuchs erreicht werden. An den Standort werden keine besonderen Ansprüche gestellt, sowohl feuchte als auch trockene Lagen sind für den Anbau geeignet. Durch den strauchartigen Wuchs haben Aronia-Gehölze einen guten Zierwert. Krankheiten und Schädlinge spielen keine Rolle. Das dunkelgrüne, glänzende Laub ist bis zum Ende der Vegetation gesund und ist mit einsetzender Herbstfärbung ein besonderer Blickfang.


Die Blütezeit von Aronia liegt im Zeitraum der späten Apfelblüte – also ab Mitte Mai. Die Einzelblüten sind cremeweiß bis leicht rosa, sehen den Weißdornblüten sehr ähnlich. Mehrere Blüten befinden sich an einem doldenartigen Blütenstand.

In Abhängigkeit von der Befruchtung entwickeln sich bis zu 20 kleine Apfelfrüchte an einem Fruchtstand. Die Einzelfrüchte haben einen Durchmesser von 8 bis 14 mm. Aronia ist selbstfruchtbar. Die Fruchtreife setzt Ende August ein. Die Früchte sind violettschwarz gefärbt und zur Reife mit einer leichten Wachsschicht überzogen. Das Fruchtfleisch ist intensiv rubinrot, von süßlich, herben Geschmack mit adstringierenden Eigenschaften, die aus dem hohen Gerbstoffanteil resultieren. Mit zunehmender Reife verringert sich der Gerbstoffanteil, so dass nur vollreife Früchte verarbeitet werden sollten. In der häuslichen Küche finden die Früchte gute Verwendungsmöglichkeiten, so lassen sich Marmeladen, Fruchtdesserts und alkoholische Getränke herstellen.



Was macht Aronia so interessant?

Neben dem gesunden Wuchs des Gehölzes selbst, sind es die wertvollen Inhaltsstoffe der Frucht, die Aronia so attraktiv machen. Besonders hoch, und mit keiner anderen pflanzlichen Frucht vergleichbar, ist der hohe Gehalt an bioaktiven Substanzen, den Bioflavonoiden oder Vitamin P aktiven Substanzen. In 100 g Trockensubstanz können sich 1200 bis 5000 mg Vitamin P befinden. Sanddorn weist vergleichsweise nur 24 bis 100 mg auf. Vitamin P verändert die Blutströmungseigenschaften durch Verhinderung der Koagulation, wirkt entzündungshemmend, aktiviert Enzyme zur cancerogenen Entgiftung, ist antiviral und antibakteriell. Aronia kann man daher zu Recht als Apotheke des Gartens bezeichnen.



Manfred Pötschke