Wer kennt sie nicht, die leuchtend orangefarbenen Flecken auf den Blättern von
Birnbäumen, die man ab Mitte des Sommers beobachten kann: Die Symptome des Birnengitterrostes.
Bei starkem Befall geht viel Blattgrün durch die Pilzflecken verloren. Dies schwächt den
Baum, es kommt zu vorzeitigem Blattfall. Verminderter Blütenansatz und geringere Fruchtqualität
sind die Folge. Bäume die jährlich stark befallen sind, können absterben. Tolerierbar ist
ein schwacher Befall mit 1-2 Flecken je Blatt. Zur Bekämpfung von Birnengitterrost ist derzeit im Haus-
und Kleingarten kein spezielles Mittel zugelassen. Man kann allerdings mit den gegen Birnenschorf zugelassen
Mitteln den Birnengitterrost mitbekämpfen. Dazu sind 3 Spritzungen im Abstand von 10-14 Tagen durchzuführen,
beginnend kurz vor der Blüte. Bewährt haben sich die Mittel Dithane NeoTec, Antracol WG und Baycor
Spritzpulver, die auch gemischt eingesetzt werden können.
Da Birnengitterrost nicht am Birnbaum sondern an
Wacholdern überwintert, sind die Birnbäume nach dem Blattfall im Herbst wieder frei von Krankheitserregern.
Das Laub der Bäume kann also bedenkenlos kompostiert werden. Die Neuinfektion findet im Frühjahr zur Zeit
der Blüte und des Blattaustriebs statt. An den Ästen befallener Wacholder, besonders bei feuchter Witterung,
entstehen zu dieser Zeit gallertartige, rostbraune Auswüchse bis zu Faustgröße. Sie geben die Sporen
frei, die mit dem Wind wieder auf die Birnenblätter transportiert werden. Durch die Unterbrechung der
Infektionskette ließe sich der Befallsdruck reduzieren. Das Entfernen der als Überträger erkannten
Wacholderarten verspricht aber nur dann Erfolg, wenn dies auch auf den Nachbargrundstücken geschieht.
!! Aber kein Aktionismus !! Befallen werden nur einige wenige Wacholderarten (siehe Kasten). Die meisten
Wacholder, wie auch alle anderen Nadelgehölze (Lebensbaum, Scheinzypresse etc.) dienen nicht als Wirt.
Vom Birnengitterrost befallene Wacholderarten:
| Dithane NeoTec | 10,0 g je 5l |
| Antracol WG | 7,5 g je 5l |
| Baycor Spritzpulver | 5,0 g je 5l |
H.-R. Müller